direkt: Interview mit Sascha Sedlick, Fachbereich Hohlraumdämmung
Interview zum Thema „Hohlraumdämmung mit isoschaum®“ zur nachträglichen Wärmedämmung. Interviewpartner: Sascha Sedlick -Techniker für isoschaum®
direkt: Herr Sedlick, wann würden Sie als Techniker, den Einsatz von isoschaum® besonders empfehlen?
Sascha Sedlick: isoschaum® findet Anwendung, um Hohlräume in zweischaligen Mauerwerken nachträglich zu dämmen. Dies ist besonders geeignet, wenn das vorhandene Fassadenbild erhalten bleiben soll.
direkt: Wie Aufwendig ist die Dämmung mit isoschaum® ?
Sascha Sedlick:Bevor das Einschäumen beginnen kann, erfolgt eine Diagnose des Mauerwerkes. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird dann das Bohrraster festgelegt.
Eine Schaumprobe wird angefertigt, um die Qualität vor dem Befüllen optimal einzustellen. Dann werden kleine Löcher eingebracht, der Schaum verfüllt und anschließend alles wieder verschlossen. Für ein Einfamilienhaus sollten ein bis zwei Tage Arbeit kalkuliert werden.
direkt: Wie viele Löcher müssen in das Mauerwerk gebohrt werden?
Sascha Sedlick: Für 1,5 m² ist eine Bohrung von 16 mm im Durchmesser in die Außenwandschale nötig.
direkt: Wo liegen die Vorteile gegenüber von Schüttdämmverfahren?
Sascha Sedlick: Ein besonderer Vorteil vom Schaum ist, dass er auch in die kleinste Ecke kommt und damit keine Fehlstellen auftreten. Der Schaum selber weist keine Setzung auf und dehnt sich nicht aus. Damit „drückt“ der Schaum nicht. Er geht keine Verbindung ein und kann auch gezielt über Wintergärten, Treppenhäuser oder Windfänge eingebracht werden.
direkt: Muss der Hohlraum spezielle Maße aufweisen?
Sascha Sedlick: Schaum kann man ohne Probleme ab einer Hohlraumstärke von 4 cm einbringen. Meistens haben wir 6 bis 10 cm Hohlraum zwischen den beiden Wandschalen.
Wir können das im Vorfeld durch eine Endoskopie in dem Mauerwerk sehen.
direkt: Aus welchen Materialien und Stoffen setzt sich isoschaum® zusammen?
Sascha Sedlick: isoschaum® ist ein sogenannter Aminoplastschaumstoff und besteht aus Synthetikseife und einer Harzlösung. Als Treibmittel wird nur Druckluft verwendet. Die Schaumlösung ist eine sogenannte „wässrige Lösung eines synthetischen Tensids“. Die Harzlösung ist eine Mischung aus Harnstoff und Formaldehyd.
direkt: Zwischenfrage: Ist Formaldehyd nicht gefährlich ?
Sascha Sedlick: Ja. Jedoch kommt es wie bei vielen Giften auf die Menge an. isoschaum® ist in einer Emmisionsklasse E2 eingestuft und damit für den Einbau in Wände zugelassen. Überwachungen der WHO und anderer Prüfinstitute bestätigen die Unbedenklichkeit. Zum Vergleich: Fast jede Couchgarnitur oder viele Möbel haben ähnliche Emissionswerte. So kann man davon ausgehen, dass wer Geldscheine benutzt hat, mehr Formaldehyd in den Händen hält als der Schaum mit sich bringt. Geldscheine sind nämlich formaldehydhaltig zur Desinfektion.
direkt: Kann man mit isoschaum® auch Decken und Dachausbauten dämmen?
Sascha Sedlick: Generell ja. Auch im Deckenbereich ist isoschaum® einsetzbar. Da wir aber mit einem Kubikmeter Schaum ca. 30 l Wasser einbringen und Decken oft mit Gipskarton verkleidet sind, gibt es hier geeignetere Materialien. Zum Beispiel isofloc®, der Zellulosedämmstoff hat hier einfach bessere Materialeigenschaften. Die breite Auswahl an verschiedenen Dämmstoffen erlaubt uns immer das passende Material einzubringen. Dies wird im Vorfeld mit dem Bauherren gemeinsam abgestimmt. isoschaum® ist gut für senkrechte Hohlwände. Hier ist er unschlagbar.
direkt: Was kostet solch eine nachträgliche Dämmung ungefähr und bestehen Fördermöglichkeiten?
Sascha Sedlick: Die nachträgliche Wärmedämmung mit isoschaum® kostet ungefähr ein Drittel einer klassischen Dämmung im sogenannten „Wärmedämmverbundsystem“, etwa mit Styropor, weil der Aufwand geringer ist.
Da trotz Standardisierung die Häuser sehr unterschiedlich sind, ermitteln wir immer einen objektspezifischen Preis. Innerhalb weniger Jahre sollte sich dieser durch die gesenkten Energiekosten wieder amortisiert haben. Wir bieten auch verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten an.
Fördermöglichkeiten bestehen seitens der KFW Bank. Unsere Energieberater können hier wertvolle Tipps geben.
Noch ein Hinweis:
In jedem Fall ist zu beachten, dass eine Außendämmung bei doppelschaligem Mauerwerk nur funktioniert, wenn der Hohlraum ebenfalls gedämmt ist, da sonst Luft hinter der eigentlichen Dämmung zirkuliert und die Wand innen kalt bleiben.
direkt: Herr Sedlick, vielen Dank für das Gespräch.




